Widerstand gegen Prêles wächst.

Es kann nicht sein, dass Menschen über Monate und Jahre in Zentren verelenden. Für diese in unserem Land entrechteten und gedemütigten Menschen muss eine menschenwürdige Lösung gefunden werden.

Das Nothilfe-Regime funktioniert nicht. Es gehört abgeschafft. Menschen, die nicht in ihr Herkunftsland zurückgeführt werden können (z.B. tibetische oder eritreische Asylsuchende), sollen zumindest eine vorläufige Aufnahme in unserem Land bis zu dem Zeitpunkt erhalten, an dem sich die Verhältnisse in ihrem Herkunftsland gebessert haben.

Non de Prêles – Nein zum Tessenberg

Die Aktionsgruppe Prêles, der auch „riggi-asyl“ angehört, wehrt sich gegen das Rückkehrzentrum auf dem Tessenberg, das Mitte 2019 eröffnet werden soll.

„Rückkehrzentrum“ ist das falsche Wort, da die meisten weggewiesenen Asylsuchenden (Nothilfe-Fälle), die nach Prêles kommen, nicht in ihr Herkunftsland zurückkehren können (tibetische, eritreische, afghanische und iranische Asylsuchende). Prêles wird für sie ein „Bleibezentrum“, damit verbunden ein Leben ohne jede Perspektive. Wer nichts arbeiten und nicht am gesellschaftlichen Leben partizipieren darf, verelendet.

Die Aktionsgruppe Prêles wehrt sich mit Nachdruck gegen die – überhaupt – menschenunwürdige Behandlung von Asylsuchenden in der Nothilfe.

In einer kirchliche Stellungnahme (Daniel Winkler, Pfarramt I Riggisberg) wird an einen menschlichen Umgang mit Flüchtlingen appelliert.

Das Schreckensgespenst Prêles (Rückkehrzentrum)

Der Name «Rückkehrzentrum» ist ein Etikettenschwindel. Könnten die Leute wirklich zurückkehren, wäre ein solches Zentrum ein gangbarer Weg. Tatsache ist: Asylsuchende mit einer Wegweisung, die gute Chancen für eine Rückkehr hätten, tauchen in der Regel unter.

Anders die Menschen, die nicht zurückkehren können: eritreische, tibetische, afghanische und iranische Asylsuchende mit einer Wegweisung. Für sie wird das Rückkehrzentren ein Bleibezentrum, in dem sie verelenden (siehe die Beispiele Balmberg, Oberbuchsiten SO). Und das darf nicht sein, dass Menschen über Monate und Jahre in menschenunwürdigen Strukturen leben müssen.

SRF Echo der Zeit: Asylsuchende landen in der Nothilfe

https://www.srf.ch/play/radio/echo-der-zeit/audio/asylsuchende-landen-in-der-nothilfe?id=e974c05a-bfd0-46eb-801b-85ea8f9519ee&station=69e8ac16-4327-4af4-b873-fd5cd6e895a7

Eritreische Asylsuchende in Arbeitssituationen, die plötzlich in der Nothilfe landen, sind keine „bedauerlichen Einzelfälle“, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) meint. Das ist Schönfärberei!

Seit der Praxisänderung des SEM im Juni 2016 erleiden immer mehr eritreische Asylsuchende dieses Schicksal und werden auf Nothilfe gesetzt: Es sind Hunderte! Zurückkehren können sie nicht. Entweder sie fliehen in ein Nachbarland (um später als Dublin-Fälle wieder in die Schweiz zurückgeschafft zu werden) oder sie verelenden in unserem reichen Land in einer Kollektivunterkunft.

Es ist eine Realität, dass eritreische Asylsuchende im Moment nicht gefahrlos zurückkehren können (siehe beispielsweise das Urteil des Anti-Folter-Komitees der UNO vom 7. Dezember 2018 mit Kommentar NZZ am Sonntag vom 23. Dezember 2018, oder die Einschätzungen der Afrika-Korrespondenten David Signer und Bernd Dörries weiter unten).