Der Bund – Busse für Dawud wegen Illegalität

Noch immer leben viele der abgewiesenen afghanischen Asylsuchenden in einer Situation des sozialen Todes – ein anderes Wort für ein Leben unter dem Nothilferegime über lange Zeit. Diese Leute müssten aufgrund der Unzulässigkeit der Rückführung jetzt eine vorläufige Aufnahme erhalten. Es wäre eigentlich die Aufgabe des Staatssekretariats für Migration, von sich aus aktiv zu werden und diese Menschen aus ihrer prekären Situation zu befreien. Das wird aber kaum passieren, und diese Menschen werden weiterhin in Rückkehrzentren verelenden oder in privaten Unterbringungen Däumchen drehen. Ausser sie haben das Glück, dass zivilgesellschaftliche Gruppen sich für sie einsetzen.

Hier geht es zum Bericht von Andres Marti: 2021-10-08 Der Bund Busse f. Dawud wegen Illegalität

Der Bund – Die Kinder der unerwünschten Eltern

Kinder, die über Monate und Jahre in Rückkehrzentren gefangen bleiben, ist eine Situation, welche sich kein Land wünscht, das humanitären Ansprüchen genügen will. Das ist das eine. Das andere ist, dass es keinen politischen Willen gibt, an dieser Situation etwas zu ändern.  Und das wiederum ist eine Schande für die Schweiz.

Lesen Sie den eindrücklichen Beitrag in der Bund-Zeitung von Lea Stuber: 2021-10-07 Der Bund Die Kinder der unerwünschten Eltern

Tagesanzeiger – Das hässliche Gesicht der Schweiz

Die Schweiz hat verschiedene Gesichter. Ich bin jeden Tag dankbar, darf ich in der Schweiz leben. Für mich persönlich hat sie ein schönes Gesicht. Aber ich lebe ja nicht nur für mich. Ich lebe in Beziehung. Für den Umgang der Schweizer Behörden mit Menschen unter dem Nothilferegime ist das Wort «hässlich» das Adäquateste. Lesen Sie die Geschichte von Dawud.

Gastbeitrag von Daniel Winkler, Pfarramt Riggisberg: 2021-09-30 Tagesanzeiger Das hässliche Gesicht der Schweiz Seite 2

Beobachter – Das Schicksal des Tibeters Tingle

Seit 2012 ist der Tibeter Tingle Gyel* in der Schweiz. Hierbleiben darf er aber nicht. Nach jahrelangem Warten wurde sein Asylgesuch abgelehnt, auf seine Härtefallgesuche geht der Kanton nicht ein. Aber Gyel kann auch nicht weg. Er steckt als Sans-Papiers in der Nothilfe fest. Seit Jahren schon. Am meisten belastet ihn das Misstrauen, das ihm die Schweizer Behörden entgegenbringen. Sein aktuelles Härtefallgesuch ist noch hängig. Der Kanton Nidwalden hält sein Identitätsdokument für manipuliert und äusserte sich im Mai 2021 in einer ersten Rückmeldung ablehnend. Dies, obwohl das Bundesverwaltungsgericht schon vor Jahren mit einem forensischen Gutachten festgestellt hatte, dass es keine objektiven Fälschungsmerkmale gebe.

Lesen Sie hier weiter: 2021-09-10 Beobachter Tingle – Amt stützt Geheimexperten v. Tina Berg

NZZ – Es müssten mehr Härtefallgesuche bewilligt werden!

Die Praxis ist streng. Eine gewisse Verbesserung gibt es bei Härtefallgesuchen von afghanischen Flüchtlingen mit Negativentscheid. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist doch eine Rückführung nach Afghanistan nicht mehr zulässig oder möglich. Wer aber keine zivilgesellschaftliche Unterstützung erhält, bleibt in den Strukturen der Nothilfe.

Hier der Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung: 2021-08-18 NZZ Härtefall-Gesuche Afghanistan Tobias Gafafer

SRF DOK: Endstation Nothilfe – Abgewiesene Asylsuchende in der Schweiz

SRF-Reporter Balz Oertli will wissen, wie das Leben in Nothilfe sich anfühlt und reist für seine Recherche quer durch die Schweiz. In Langenthal trifft er auf Saeed. Der gebürtige Iraner lebt seit acht Jahren in der Schweiz. Seitdem das Asylgesuch seiner Eltern abgelehnt wurde, lebt die Familie in «regulärer Illegalität». Saeed zeigt auf, wie schwierig es ist mit acht Franken pro Tag durchzukommen und was es heisst, mit einer fünfköpfigen Familie in einem Nothilfezentrum zu leben. «Ihr Ziel ist es, uns mittels widriger Lebensbedingungen aus der Schweiz zu vergraulen.»

In der Zürcher Nothilfe trifft Balz auf verschiedene Familien, die von der Nothilfe leben. Gedacht ist die Nothilfe eigentlich als kurze Überbrückung nach dem negativem Asylentscheid, doch viele hier leben monate- oder gar jahrelang in prekären Umständen. Sie berichten von Angst und Hunger. Das Geld reiche kaum aus, um die Kinder zu ernähren. Ausserdem würden ihnen Bussen, gar Gefängnis drohen, weil sie sich illegal in der Schweiz aufhalten.

Hoch oben im bündnerischen Valzeina, abgeschnitten von der Zivilisation, liegt das Nothilfezentrum «Flüeli». Statt Geld bekommen die abgewiesenen Asylsuchenden hier eine wöchentliche Essensration. Auch sonst, so der Eindruck des Reporters, ist ein Leben hier oben nicht einfach. Alizade Ezatullah will trotzdem bleiben. Alles sei besser als Krieg. Obwohl es ihm schwerfalle, auf Hilfe angewiesen zu sein. «Ich würde gerne arbeiten dürfen, um mein Leben selber in die Hand zu nehmen.»

Hier geht es zur Sendung:

https://www.srf.ch/play/tv/rec-/video/endstation-nothilfe—abgewiesene-asylsuchende-in-der-schweiz?urn=urn:srf:video:14bd378e-c542-441d-84dd-34fdcd6ff0bb