Familien gehören nicht in Rückkehrzentren

Die Schweiz hat die UNO-Kinderrechtskonvention unterzeichnet. Es darf nicht sein, dass Kinder über lange Zeit in einer Nothilfe-Situation und in Rückkehrzentren leben müssen, die für Kinder ein prekäres Umfeld bedeuten. Langzeitfälle in der Nothilfe kommen vor allem aus Ländern mit erschwerten Rückkehrbedingungen. Für diese Menschen braucht es eine andere Lösung.

Hier geht es zum Gastbeitrag in der Zeitung „Der Bund“: 2021-06-10 Der Bund Familien gehören nicht in Rückehrzentren

Und hier das Referenzinterview mit Regierungsrat Philippe Müller in der „Der Bund“: 2021-06-07 Der Bund Interview Philippe Müller

Rundschau-Beitrag zum Thema Kinder in Rückkehrzentren

Die Rundschau hat die Nothilfe-Situation im Blick auf Kinder in den Kantonen Schaffhausen, St. Gallen und Bern untersucht.

Sehen Sie sich hier den Rundschau-Beitrag an „Abschreckung durch Nothilfe – Kinder trifft es am Härtesten“: https://www.srf.ch/play/tv/rundschau/video/kinder-in-nothilfe-zolldirektor-biker-boom?urn=urn:srf:video:4962d4bb-a7f9-490c-af31-fc5ab9740c1b

SRF 10 vor 10 – Beitrag zu Langzeitfällen in der Nothilfe

Eine Motion der EVP-Nationalrätin Marianne Streiff-Feller mit breiter Beteiligung bis weit in die Mitte-Parteien fordert für altrechtliche Nothilfe-Langzeitfälle Legalisierungsmöglichkeiten.

Sehen Sie sich den 10 vor 10-Beitrag an: https://www.srf.ch/play/tv/10-vor-10/video/abgewiesene-asylsuchende-leben-von-minimaler-nothilfe?urn=urn:srf:video:847c05dd-4b14-4fd2-935e-d0b506d51737

Der „Beobachter“ zum Ständeratsentscheid: Abbruch von Ausbildungen

Manche Flüchtlinge machen eine Berufslehre. Die müssen sie sofort abbrechen, wenn ihr Asylgesuch abgelehnt wird – beschliesst der Ständerat.

Hier geht es zum Text: 2021-03-25 Beobachter Gegen Ethik und Logik René Ammann

Weitere Artikel zum Thema: 2021-03-24 Der Sensetaler Politiker ohne Einsehen und 2021-03-08 Der Bund Zum Nichtstun verdammt Albert Weibel

Kommentar: Am 1. März 2021 lehnte der Ständerat die Motion 20.3925 – Keine Lehrabbrüche nach langen Verfahren. Rückkehrhilfe durch den Abschluss einer bereits begonnenen Lehre bei einem negativen Asylentscheid ab. Bereits in der SPK-SR vom 1.2.2020 bezeichnete das SEM die Motion als unnötig, da nur einzelne davon betroffen seien und sich das Problem mit dem neuen Asylverfahren erledige.

Wenn nach einer Wegweisung die Lehrabbrüche der 15- bis 20-jährigen in den Fokus genommen werden, dann sind es tatsächlich wenige, die von dieser prekären Situation betroffen sind. Weshalb wurden die 20- bis 40-jährigen verschwiegen, die nach einem Negativentscheid ihre Ausbildung abbrechen müssen? In der ganzen Schweiz sind es Hunderte, die dieses Schicksal erfahren haben, und es kommen auch jetzt laufend neue Fälle dazu. Von den weit über 2’000 altrechtlichen Asylsuchenden, die sich im Beschwerdeverfahren beim BVGer befinden, stehen viele in Ausbildung.

Verhängnisvoll ist, dass vor allem diejenigen Asylsuchenden eine Ausbildung in Angriff genommen haben, die aus Ländern mit in der Regel komplizierten Verfahren und schwierigen Rückkehrbedingungen kommen: Eritrea, Äthiopien, Afghanistan, Iran, Tibet. Viele der «Weggewiesenen» haben ihre Ausbildung nicht abschliessen können. Sie leben jetzt schon seit Monaten oder Jahren in «Rückkehrzentren», die diesen Namen nicht verdienen und werden dort physisch und psychisch krank.

Ensemble-Ausgabe: Langzeitnothilfe – Eine Sackgasse für alle

Hier geht es zum Heft: 2021-03-01 Ensemble LANGZEITNOTHILFE

Kommentar: Die Situation der Nothilfe-Langzeitfälle ist prekär.  Dass Menschen von der Gesellschaft kaum bemerkt seit Monaten und Jahren in repressiven Strukturen leben müssen, ist für unser Land, das humanitären Ansprüchen genügen will, ein unhaltbarer Zustand. Lesen Sie das Editorial von Olivier Schmid, den sorgfältigen Grundlagentext von Carsten Schmidt, den Beitrag über das kirchliche Engagement von Selina Leu und den Gastbeitrag von Prof. Dr. Frank Mathwig.